Eisenbahnen und Modelleisenbahnen in Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland:

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Projekt Dombås:
Eine HO-Anlage nach norwegischem Vorbild entsteht

Stand: 07.01.2014

 (Filme von der Anlage auch auf YouTube!)


Nach etwa 10 Jahren Planung und Wartezeit auf einen geeigneten Raum war es im Sommer 2010 so weit: Im Maßstab 1 : 87 wurde mit dem Bau einer Anlage begonnen, die den Bahnhof Dombås in den 90er Jahren als Thema hat. Auf dieser Seite wird über die Entwicklung des Anlagenprojektes berichtet.

Kapitel:
Das Vorbild
Es geht los: Der Unterbau entsteht
Nächster Schritt: Modellieren des Geländes mit Drahtgewebe ("Hühnerdraht") und Gipsbinden
Der "Bullfrog", mechanischer Weichenantrieb aus Kanada
Der Tortoise-Weichenantrieb von Circuitron
Einbau einer Kreuzung
Bau der Lok-Abstellanlage mit Heljan-Schiebebühne
Einbau der Tortoise-Weichenantriebe
Das Stellpult (Chaoszentrale)
Praktisches Zubehör
Der Abstellbahnhof wächst
Trassenbretter für "Raumabahn" und "Åndalsnes"
Beginn der Landschaftsgestaltung
Bau der Bahnsteige
Stützmauer aus Gipsabgüssen und Schottern der Bahnsteiggleise
Ansteuerung der Signale
Norwegische Oberleitung
Bau der nördlichen Tunnelportale
Weitere Landschaftsgestaltung
Hochspannungsleitung (Luftledning)
Abstellbahnhof 2
Bäume, Bäume, Bäume... (mit Bild vom Januar 2014!)
Erste Reisende
Digitalstrom messen / einstellen
Schnelle Uhr für Fahrplandurchläufe
Das Empfangsgebäude entsteht
Der Lokschuppen
Schienenersatzverkehr (NSB Togbuss)
Letzte Gleisbauarbeiten - Øran Godsterminal
Fahrzeuge (Update Januar 2014)
Dank an alle Helfer!

Das Vorbild
 
Das Vorbild: Der Bahnhof dürfte den meisten Skandinavienfans ein Begriff sein. Er ist wie geschaffen für eine Nachbildung im Modell. Tunnel an beiden Bahnhofsenden, ein interessanter Gleisplan und Betrieb, aber eine relativ geringe Längenausdehnung haben die Entscheidung für dieses Vorbild beeinflusst.

Stellprobe: Der Traum von einer Anlage...

Das Modell: Die Gleisanlagen sollten so großzügig wie möglich mit schlanken Weichen nachgebildet werden. Eine Verkürzung in der Länge war dabei unumgänglich. Landschaft und Gebäude sollen einen möglichst hohen Wiedererkennungswert haben, ohne dabei sklavisch jedes Detail genau wie im Vorbild nachbauen zu müssen. Denn: "Modellrailroading is Fun!"


Es geht los: Der Unterbau entsteht

    
Verwendet wurden neben gehobelten Kanthölzern für die Rahmen und Stützen nur Multiplexplatten (viellagiges Furniersperrholz) in den Stärken 18 und 12 mm. Das ist zwar nicht ganz billig, aber das einzige Material, welches sich nicht verzieht. Wer hier sparen will, etwa mit Tischlerplatten, tut sich keinen Gefallen!
Eine Besonderheit ist der Fußboden des Hobbyraumes, der unter der Anlage tiefer liegt als in den beiden Bedienbereichen. Das ermöglicht eine Verkabelung im Sitzen, und man kommt leicht gebeugt zum Bedienplatz des Abstellbahnhofes (= "Trondheim / Oslo") unter der Anlage hindurch. Nebenbei ergibt sich jede Menge Stauraum in den Podesten.

Nächster Schritt: Modellieren des Geländes mit Drahtgewebe ("Hühnerdraht") und Gipsbinden.
     
Wichtig: Nur verzinkten Draht verwenden, sonst rostet er, weil Gips Feuchtigkeit anzieht und korrosionsfördernd ist!

Nach einem wahren Gleisverlegemarathon und einigen Stunden Lötarbeit unter der Anlage sieht es plötzlich schon ganz anders aus...

Auch wenn noch zwei Gleisverlegungen fehlen (die Kreuzung muss von Hand angefertigt werden) und die Weichen mangels Antrieben noch nicht stellbar sind, kann man doch schon erkennen, was es mal werden soll. Und fahren kann man auch schon :-) An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank an den Hobbykollegen Bernd Fislake (der baut Gouda nach) für die tatkräftige Hilfe bei der Renovierung des Hobbyraumes, Gleisverlegung und Elektroinstallation!!! Tusen takk!

Das Gleismaterial ist im Bahnhof Dombås Tillig Elite Gleis, bis auf die drei DKW, welche aus dem Hause Weller stammen (Herr Weller bietet mittlerweile leider kein Gleismaterial mehr an) und PECO streamline in den Abstellbahnhöfen. Da die DKW 9° Abzweigwinkel haben, mussten fast alle Tilligweichen etwas umgebaut werden: Der Herzstückwinkel  beträgt zwar 9°, da das abzweigende Gleis jedoch im Bogen weiterläuft, beträgt der Abzweigwinkel 12°.  Shinohara hat  ähnlich schlanke DKW, allerdings mit Zwischengerade und amerikanischer Schwelleneinteilung. Nicht bewährt haben sich Tillig DKW (Baesler) in der Einfahr-Weichenstraße des Abstellbahnhofes. Diese wurden inzwischen erfolgreich durch PECO-DKW (Engländer) ersetzt.

 Der Schotter ist von Woodland / NOCH. Die Nebengleise sind mit feinerem Schotter versehen als die Hauptgleise. Die  Bahnsteiggleise sind noch nicht geschottert, weil erst die Bahnsteige gebaut werden sollen.

 Die Idee, die Gleise nicht zu nageln, sondern bis nach dem Einschottern mit kleinen Schrauben zwischen den Schwellen  zu fixieren, stammt von einem niederländischen Hobbykollegen und hat den Vorteil, dass man später keine Nägel auf den  Schwellen sieht. Außerdem ist das Gleis vor dem Schottern noch nachjustierbar.

Der "Bullfrog": Mechanischer Weichenantrieb aus Kanada...

Die schönsten Gleise und Bahnhöfe nutzen nichts, wenn man die Weichen nicht stellen kann. Da das Angebot an Weichenantrieben und Stellvorrichtungen riesengroß ist, fällt eine Auswahl nicht leicht. In Dombås sollten alle Weichen, die beim Vorbild ortsbedient sind, im Modell ebenfalls mechanisch gestellt werden, nicht zuletzt wegen der geringeren Kosten. Hier soll nun die gewählte Lösung kurz vorgestellt werden: Der Bullfrog von Fast Tracks aus Kanada.

Es handelt sich um eine aus gelaserten Sperrholzteilen zusammengesetzte Stellvorrichtung inklusive Schalter(n) z.B. zur Herzstückpolarisierung.
   
Der Antrieb ist so abgebildet, wie er unter der Anlage montiert wird. Er ist auch als Bausatz erhältlich, was neben einem geringeren Preis noch den Vorteil hat, dass man ihn dann auch spielgelverkehrt bauen kann (je nach vorhandenem Platz). Die Konstruktion macht einen sehr durchdachten und soliden Eindruck. Es wird eine sehr hohe Stellkraft erzeugt.

Im eingebauten Zustand sieht das dann so aus:
       
Der gelbe Bowdenzug wird in dem roten Kunststoffröhrchen geführt und hat aufgrund seines gerippten Querschnittes einen geringen Reibungswiderstand. Für größere Entfernungen gibt es entsprechende Halterungen und Verlängerungen des Bowdenzuges. (Die Aussparung in der Anlagenplatte ist übrigens für einen Kadee-Entkupplungsmagneten vorgesehen.) Das Bild rechts zeigt, dass die Bowdenzüge auch mit relativ engen Biegungen funktionieren.

Am Anlagenrand hat man dann einen Stellknopf:
 

Dieser steht etwa 3 cm heraus. Ich bevorzuge eine Anordnung direkt gegenüber der zugehörigen Weiche, der Bowdenzug lässt sich jedoch auch relativ freizügig verschwenken. Es sind auch andere Formen für den Stellknopf im Angebot, die man sogar individuell mit einem Logo bedrucken lassen kann. Auf der Homepage von Fast Tracks gibt es sehr ausführliche Informationen und Infofilme.

Der Tortoise-Weichenantrieb von Circuitron

Nun ist der erste Tortoise-Antrieb eingebaut. Zunächst mal zeigt sich, dass der Einbau recht einfach ist. Das Stellgeräusch ähnelt dem eines elektrischen Weichenantriebes beim Vorbild, es ist auch nicht sonderlich laut. Ich könnte mir vorstellen, dass es Weichen gibt, bei denen man einen etwas härteren Stelldraht verwenden muss. Grundsätzlich ist die Stellkraft aber gut.

Zwei integrierte Umschalter erlauben neben der Herzstückpolarisierung auch noch eine Rückmeldung am Stellpult. Neuerdings gibt es auch eine DCC-Variante des Antriebes, "Smail" genannt. Digitrax hat aber auch für analoge Antriebe ein Digitalisierungsmodul zum einfachen Aufstecken auf die Kontakte. In Dombås werden die Antriebe analog vom Gleisbildstellpult gesteuert.

Positiv zu erwähnen ist noch, dass der Antrieb fast komplett gekapselt ist und somit wohl auch nicht so schnell verschmutzt. Circuitron gibt 9 Jahre Garantie auf die Antriebe!

Einbau einer Kreuzung

Auch bei den Gleisanlagen wächst nun zusammen, was zusammen gehört. Wegen Verwendung der Weller-DKW war der Einbau einer Kreuzung mit 18,5 ° notwendig geworden, die es so am Markt aber nicht gibt. In so einem Falle ist es gut, jemanden mit eigener CNC-Fräse zu kennen, der aus einer Platinenplatte eine Kreuzung fräsen kann...
 

Das sieht ja schon ganz gut aus, und wenn ich mal viel Zeit habe (also in ca. 28 Jahren) ergänze ich auch noch die Kleineisen. Die Polarisierung der Kreuzung erfolgte sehr einfach mit einem Kehrschleifen-Modul LK 100 von LENZ. Mehr Infos dazu gibt es unter www.wiringfordcc.com oder hier! Wichtig ist, die Empfindlichkeit des Kehrschleifen-Moduls richtig einzustellen. Ist das Modul zu empfindlich eingestellt, kann es sein, dass Loks mit schmutzigen Rädern Funken ziehen und mehrmaliges Schalten auslösen, was dann zum "richtigen" Kurzschluss und damit zur Abschaltung des Boosters führt. Alternativ käme auch der "Frog Juicer" von Tam Valley Depot in Frage, erhältlich z.B.  bei Krois-Modell oder Fast Tracks.

Und ganz nebenbei haben auch noch Weichenmotorattrappen von Erbert ihren Weg auf die Anlage gefunden. Diese entsprechen zwar nicht genau der norwegischen Bauart, aber silber gestrichen verfehlen sie trotzdem ihre Wirkung nicht, nach dem Motto: Kleine Ursache, große Wirkung.



Bau der Lok-Abstellanlage mit Heljan-Schiebebühne

Die Weichenantriebe sind bestellt, aber noch nicht da, denn der Weg über den Atlantik ist weit... Daher wurde zunächst einmal die schon länger vorhandene Schebebühne von Heljan und die zugehörigen Abstellgleise für Triebfahrzeuge eingebaut. Ziel war es, möglichst für alle vorhandenen Loks Abstellmöglichkeiten zu schaffen. Das sieht nun so aus (auch der Abstellbahnhof "wächst" schon):



Diese Gleise sind einzeln abschaltbar, damit nicht immer alle abgestellten Loks Strom ziehen. Die Heljan-Schiebebühne hat nach einigen Teststunden einen eher negativen Eindruck auf mich gemacht. Während die Optik der Lampen für einen Abstellbahnhof eher zweitrangig ist, ärgert die Tatsache, dass die Grube nicht in voller Breite nutzbar ist. Es gibt zwar Erweiterungsmodule, doch hätte man seitwärts ggf. eine Aussparung für das Wärterhäuschen vorsehen und damit einen weiteren Gleisanschluss ermöglichen können. Die Position der Gleisanschlüsse ist frei programmierbar, wird aber nicht immer exakt angefahren.  Vielleicht liegt es aber auch an der Unfähigkeit des Benutzers? Unlogisch ist auch die Grundposition "Nr. 1" der Bühne irgendwo in der Grube statt am Rand. Die Bühne läuft trotz sorgfältigem Aufsetzen ruckelig. Und einige Male fuhr die Bühne schon ganz an den Bühnenrand und blieb dort hängen... Dafür sind Einbau und Bedienung recht unproblematisch. Mal sehen, ob die Schiebebühe sich zum "Krisenherd" entwickelt...

Einbau der Tortoise-Weichenantriebe

Langsam wird die Anlagen-Unterseite zum Zoo... Nach den "Ochsenfröschen" (Bullfrogs) kommen nun die "Schildkröten".  Das Wichtigste zuerst: Ich kann diesen Antrieb nur empfehlen! Er ist schnell montiert, sehr robust und kraftvoll. Einziger Verbesserungsvorschlag: Wie bereits vermutet (siehe oben) sind die mitgelieferten Stelldrähte zu dünn. Sie sollten durch etwas dickeren Stahldraht ersetzt werden.  Ich habe die Reste von den Bullfrog-Stelldrähten verwendet.



Jeder Antrieb verfügt über zwei Umschalter zwecks Polarisierung, Rückmeldung usw.  Da die DKW jeweils über zwei Antriebe gestellt werden, war auch deren Polarisierung kein Problem. Zu bedenken ist nur, dass jeder Antrieb das gegenüber liegende Herzstück polarisiert (eigentlich analog zu einer Weiche).

Das Stellpult (Chaoszentrale)

Wer viel am PC arbeitet, mag nicht unbedingt auch noch seine Modellbahn über dieses Gerät steuern. Also wurde hier auf das gute alte Gleisbildstellpult zurück gegriffen. Und das soll nur dem Stellen der Weichen und dem Rückmelden ihrer Stellung dienen. Auch die Signalbilder werden später angezeigt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme sind noch nicht alle LED angeschlossen. Basis ist eine Alu-Platte, in die mit Hilfe einer CNC-Fräse alle Symbole und Beschriftungen eingefräst und Bohrungen ausgefräst wurden. Leider zu spät kam die Idee, dass es ja auch zweischichtige Kunststoffplatten mit weißem und schwarzem Kunststoff gibt. So etwas wäre für eine solche Sache ideal!
Dafür ist die Alu-Platte nach dem Aufschrauben auf den Holzrahmen sehr stabil.

    
 Die Vorderseite des Stellpultes...               ... und die Rückseite (und es fehlen noch Litzen....)
Praktisches Zubehör:

    

Handreglerhalter
von New Rail Models, erhältlich z.B. bei RD-Hobby Modellbahn...    ...und Getränkehalter (Kfz-Zubehör)

Der Abstellbahnhof wächst...

Was macht man als Modellbahner "zwischen den Jahren"? Dank rechtzeitiger Nachschublieferungen an Gleismaterial konnte der Abstellbahnhof so weit ausgebaut werden, dass nun schon eine ganze Menge Betrieb möglich ist. Am meisten Spaß macht es, wenn eine Person Dombås bedient und eine weitere den Abstellbahnhof.

 
Blick in Fahrtrichtung Oslo...                                .... und Fahrtrichtung Trondheim. Zwei Güterzüge und ein Regionalzug warten auf Ausfahrt. Die Weiche rechts führt später einmal zur Abstellgruppe für Waggons.

Trassenbretter für "Raumabahn" und "Åndalsnes"

Nach längerer berufsbedingter Baupause nimmt nun die dritte und letzte Betriebstelle Form an. Damit alle Betriebsabläufe in Dombås realistisch nachgespielt werden können, braucht es einen Abstellbahnhof "Åndalsnes". Dieser befindet sich unter dem gestalteten Bahnhof Dombås, ist über eine Gleiswendel errreichbar und wird weder vom Gleisplan vorbildgerecht gebaut noch landschaftlich gestaltet. Wichtig sind ausreichende Gleislängen für vorbildgerechte Zuggarnituren (Güterzüge !!!) und eine Drehscheibe, damit die Di 3 auch immer schön im Endbahnhof gedreht werden können. Beim Vorbild wurde dies möglichst immer gemacht, da der Führerstand 1 deutlich leiser ist als der Führerstand 2. Daher hatten einige Di 3 auch nur auf einer Seite einen "richtigen" Schneepflug, während die andere Front noch die Original-Schürze (und teils auch Fenstergitter statt Panzerglas) aufwies.

  

 

Die ersten Gleise liegen, die Drehscheibe ist angeschlossen und die ersten Züge rollen nach Åndalsnes.

 

Das nachfolgende Bild ist leider etwas unscharf, zeigt aber gut, wo sich die Betriebsstelle Åndalsnes in der Anlage befindet.


Vorne befindet sich die Kante des Abstellbahnhofes. Der Blick geht in Richtung Dombås und man sieht den Berghang "von hinten". Dort, wo sich derzeit Verpackungen stapeln, kommt später eine Abstellgruppe für Zuggarnituren hin. Darunter befindet sich die neue Betriebsstelle "Åndalsnes". Auch dort werden noch weitere Gleise verlegt, sobald sich das Konto wieder erholt hat.

Man kann auf diesem Bild erkennen, dass die Züge einen recht großen Höhenunterschied überwinden müssen, bis sie in Dombås ankommen. Das schaffen die Triebfahrzeuge aber auch ohne Haftreifen, diese baue ich nämlich grundsätzlich bei allen Loks aus. Haftreifen verschmutzen nur unnötig die Gleise.

Beginn der Landschaftsgestaltung

Die ersten Sommertage mit "schlechtem" Wetter habe ich genutzt, um mit der Ausgestaltung der Anlage zu beginnen. Dazu gehörte der Umbau eines handelsüblichen Fallerbausatzes zur Bahnarbeiterhütte in Dombås hinter dem Lokschuppen. Mit wenig Aufwand wurde ein Fenster umgesetzt. Den Rest machen die farbliche Behandung und das (vorbildgerechte!) Ofenrohr in XXL.

Außerdem wurden ein paar Prellböcke aufgestellt, die zwar eigentlich in die Niederlande gehören (Bausätze von Artitec), aber den Exemplaren in Dombås recht ähnlich sind. Interessant ist auch, dass beim Vorbild nicht alle Stumpfgleise Prellböcke haben. Das wird auch im Modell so dargestellt. Da heißt es aufpassen beim Rangieren!



Und erstes Grün sprießt am Berghang hinter dem Bahnhof. Ziel ist es zunächst, Waldboden darzustellen. Später werden Unterholz und niedere Pflanzen ergänzt, zum Schluss kommen die Bäume. Diese bestehen im hinteren Teil aus Seeschaum, der mit NOCH-Laub versehen wurde.

 

Verwendet wurde vor allem Material von Woodland / NOCH und ModelScene. Besonders brauchbar ist das Vlies mit Blaubeeren von ModelScene. Was wäre ein norwegischer Sommerwald ohne Heidelbeeren...?
Wichtig ist mir, dass der Wald nachher hell und abwechselungsreich erscheint. Skandinavische Wälder haben schließlich ein ganz anderes Erscheinungsbild als mitteleuropäische.

Auch das Problem mit den Bahnsteigkanten scheint gelöst zu sein. Zwar gibt es von NMJ/Artitec einen Bausatz mit Bahnsteigteilen, aber ich benötige ja mehrere Meter Bahnsteigkante. Abhilfe schafft eine Silikongussform von Langmesser-Modellwelt, mit der nun beliebig lange Naturstein-Bahnsteigkanten hergestellt werden können. Eigentlich sind die Teile als Abdeckungen für Bruchstein-Mauern gedacht.

 
 
Die gegossenen Teile im Vergleich zu den Resinteilen von NMJ/Artitec. Ggf. werde ich sie auch zusammen verwenden, dann muss die Höhe der Gipsteile etwas angepasst werden.

 Zum Schluss noch ein Blick in den Abstellbahnhof, denn dort findet sich nun  eine fest eingebaute Radreinigungsanlage von LUX, die ich nur wärmstens  empfehlen kann. Zum Thema Gleis- und Radreinigung gibt es demnächst noch  weitere Informationen.

 Dort, wo die T44 steht, werden später noch weitere Abstellgleise abzweigen (Abstellgruppe für komplette Zuggarnituren). Triebfahrzeuge können nun über  zwei Gleise die Schiebebühne erreichen. Das Gleis, in dem sich die  Radreinigungsanlage befindet, ist aber auch so lang, dass man einige Wagen  zur Reinigung darüber schicken kann.


Bau der Bahnsteige

Während die meisten über das Herbstwetter im Sommer 2011 jammern, freut sich der gestandene Modellbahner, dass er ohne schlechtes Gewissen an seiner Anlage bauen kann... Und so gibt es wieder Fortschritte:

Aus Hartschaumplatten wurden Bahnsteige geschnitten und grundiert (die Farbe war zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht trocken). An deren Kanten können dann die Bahnsteigkanten (s.o.) angeklebt werden, sobald sie farblich fertig behandelt sind. Auch die Asphaltfläche der Bahnsteige ist noch zu gleichmäßig.

Anschließend können endlich die Gleise geschottert werden.

Die Bahnsteige sind nachher so lang, dass ein Expresszug mit 8 B7-Wagen Platz findet.

Außerdem wurden an der vorderen Anlagenkante (im Hintergrund des Bildes) einige Bäume gesetzt, mit der Hoffnung, dass diese den Absturz von Fahrzeugen verhindern...



Dabei handelt es sich um Faller-Birken und Woodland-Bäume, die mit NOCH-Laub nachbehandelt wurden.

Ein weiteres Projekt war die Tunneleinfahrt Richtung Oslo (Gråberg Tunnel). Dass dieser Tunnel ohne gemauertes oder betoniertes Portal einfach in den Fels gehauen ist, macht die Nachbildung nicht einfacher. Ich habe mit NOCH-Hartschaum-Felsteilen sowie der dazu angebotenen Spachtelmasse experimentiert und war begeistert. Das Material läßt sich gut bearbeiten und farblich mit Acrylfarben behandeln.

Das Gelände über dem Tunnel habe ich zunächst mit Zeitungen simuliert, um zu sehen, ob der Tunnel innen dunkel genug wird. Das Gelände kann erst gebaut werden, wenn die Tunneloberleitung montiert ist.

  

Stützmauer aus Gipsabgüssen und Schottern der Bahnsteigleise

Bevor der "Sommer"urlaub zu Ende ging, konnten noch die große Betonstützwand an der südlichen Bahnhofseinfahrt hergestellt und die Bahnsteiggleise geschottert werden. Für die Betonstützwand wurden Abgüsse aus einer Silikonform von Langmesser-Modellwelt verwendet. Anfangs war ich skeptisch, ob es nicht auffällt, wenn man vier mal den gleichen Abguss nebeneinander anbringt, aber das ließ sich durch drehen einiger Abgüsse verhindern. Zum farblichen Gestalten eignen sich die Acrylfarben von Valejo ganz hervorragend, auch ohne große Übung habe ich gute Ergebnisse erzielt (siehe Bilder).

  



Mittlerweile wurden die vorderen Gleise auch "verdreckt". Vor allem Gleis 1 war früher an den Stellen, wo die Di3 häufig standen, ziemlich verölt. Zunächst wollte ich mit der Spritzpistole arbeiten, hatte aber Bedenken wegen des Sprühnebels. Die Arbeit mit einem fast trockenen Borstenpinsel funktioniert aber auch ganz gut. Übrigens: Die Schrauben im Gelände markieren die Standorte von Oberleitungsmasten für Quertragwerke. Und: Ja, es war mal eine Ra der SJ in Dombås... (es gibt Vorbildfotos...)

 



Ansteuerung der Signale

Alle Geschenke sind verpackt, der Baum steht geschmückt im Wohnzimmer, da bleibt noch Zeit für andere wichtige Dinge... Zum Beispiel das Verkabeln von Stellpulten.

Der erste "richtige" Betrieb auf der Anlage hat gezeigt, dass funktionsfähige Einfahrsignale in Dombås das nervige Nachfragen "Kann ich jetzt einfahren?" "Steht die Einfahrt?" "Rangierst Du noch?" vermeiden können. Die Signale standen auch schon, aber das ansteuern bereitete Kopfzerbrechen, muss doch "rot" blinken, aber "grün" dauerleuchten, dazu kommt die Dunkelschaltung des Vorsignals (zumindest auf der Rückmeldung des Gleisbildstellpultes, denn die Einfahrsignale haben in Wirklichkeit gar keine Vorsignale, sie stehen ja im nicht gestalteten Bereich der Anlage). Nun gibt es ja Elektronik-Junkies, die mal eben schnell einen Decoder für sowas entwickeln ode
r Schaltungs-Gurus, die auf analoge Weise mittels Relais und / oder mehrpoligen Tastschaltern nach 5 Minuten Nachdenken alle Probleme lösen.

Ich gehöre zu keiner der beiden Gruppen. Für mich sind Elektronik und Elektrik auf (unter?) der Modellbahn eher notwendiges Übel. Daher bin ich mächtig stolz, dass ich es dennoch hinbekommen habe. Es sieht zwar etwas chaotisch aus, erfüllt aber alle Ansprüche an die Signalordnung der NSB.

Da auf dem Gleisbildstellpult kein Platz für weitere Schalter ist, gibt es für die Signalschalter ein eigenes Feld. Da die Signale (hoffentlich vorbildrichtig) durchbuchstabiert sind, fällt die Zuordnung recht leicht.

Nach dem Einbau sieht das Ganze dann so wie rechts dargestellt aus. Die Rückmeldung erfolgt auf dem Gleisbild-Stellpult. Die Ausfahrsignale leuchten noch nicht, weil sie noch nicht aufgestellt sind.

So sieht es aus, wenn ein Güterzug aus Åndalsnes Einfahrt nach Gleis 4 hat. Dieses Einfahrsignal ist vom Abstellbahnhof ("Åndalsnes") aus einsehbar, und so weiß das dortige Personal, dass nun nach Dombås eingefahren werden kann.


Das Ganze als kurzer Film mit Signalrückstellung nach Einfahrt

Weiterhin soll noch die neue Abstellgruppe für Personenzüge im Abstellbahnhof erwähnt werden. Beim Fahrplan-Betrieb war sie die letzte Rettung. Die Schotterwagen stellen den "Kistog" von Hjerkinn nach Sarpsborg dar, der lange Jahre mit einer El 14 gefahren wurde. Vielleicht kommen ja mal irgendwann die richtigen Wagen im Modell.

Norwegische Oberleitung

Während es Oberleitung nach schwedischem Vorbild z.B. von JECO oder Entec zu kaufen gibt, sieht es für norwegisches Fahrleitungsmaterial schon schlechter aus. Bausätze für Holzmasten gab es mal von dem kleinen Hersteller "Modellcompaniet", der aber meines Wissens nicht mehr existiert (zum Glück habe ich genug Material gekauft, lange bevor ich mit dem Anlagenbau begann). Aber Quertragwerke gibt es nicht. Jedenfalls eigentlich nicht. Und an dieser Stelle müssen alle anderen NSB-Modellbahner ganz tapfer sein: Ich habe nun Quertragwerke für meine Anlage. Das sind allerdings Sonderanfertigungen von Sommerfeldt, die mich sehr viel Überredungskunst gekostet haben und die Chance ergab sich nur, weil ein großer norwegischer Modellbahnhersteller (...) auch welche für eine Messeanlage geordert hat. Also: Nachfragen bei Sommerfeldt ist wohl zwecklos!!! Das Problem: Diese Quertragwerke sind sehr arbeitsaufwändig und daher für den Endkunden sehr finanzintensiv (wobei ich schon mit einem hohen Geldbetrag gerechnet hatte). Jedenfalls bin ich von der filigranen, maßgenauen Arbeit tief beeindruckt!

    



Das längste Quertragwerk überspannt 8 Gleise und die beiden Bahnsteige. An den hinteren Masten müssen noch Ausleger für das letzte Gleis montiert werden. Gegenüber dem Vorbild wurde ein Quertragwerk weggelassen, weil der Bahnhof insgesamt in der Länge verkürzt ist. Da durch wird ein zu geringer Abstand der Tragwerke untereinander vermieden.

  


Bau der nördlichen Tunnelportale

Nachdem der Gråbergtunnel am südlichen Bahnhofsende ja schon fertig ist, wurden nun die beiden Tunneleinfahrten im Norden in Angriff genommen, Wieder taten Gipsabgüsse mit Formen von Langmesser-Modellwelt und Hartschaum-Felsteile von NOCH gute Dienste. Die Tunneleinfahrten wurden mit der Laubsäge ausgeschnitten. Die Felsen müssen noch verspachtelt und farblich behandelt werden, damit sie optisch eine Einheit bilden. Gut geeignet ist NOCH-Felsspachtel, da er grobe Körner enthält, die fast von selbst für eine steinige Struktur sorgen. Die Tunnelröhren wurden mit Fels-Strukturfolie von Faller hergestellt.

      

Nach dem Verspachteln und farblichen Behandeln sieht es dann so aus:
   

Weitere Landschaftsgestaltung

Zwischenzeitlich sind weitere Bäume rund um das südliche Tunnelportal gewachsen. Ausgewählt
wurden Produkte der Firma HEKI auf Grund ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Angebot an Großpackungen. Als nächstes soll die weitere Bewaldung des Berghangs in Angriff genommen werden. Zum Glück muss eine Schneise für eine Hochspannungsleitung frei gelassen werden, diese verläuft später diagonal über den Hang.

Auch die erste "Hytte" hat ihren Platz gefunden. Verwendung fand das Fertigmodell von Busch, welches nach farblicher Behandlung recht stimmig ist.



Hochspannungsleitung (Luftledning)

Der Ausbau der Stromnetze ist in aller Munde, da wollte ich nicht Gefahr laufen, dass in Dombås die Lichter ausgehen. Ein Atomkraftwerk wollte ich nicht in den Hang bauen, wohl aber eine Hochspannungsleitung. Inspiriert durch die Anlage "Indre Stamban" von Jon Einar Vistad recherchierte ich im Internet Bilder von norwegischen Hochspannungsleitungen. Gerade die kleineren Leitungen mit Holzmasten sind relativ häufig und mit Hilfe von Schaschlikspießen und ein paar Sommerfeldt-Teilen schnell gebaut.

 









Eine El13 fährt mit einem Güterzug aus Alnabru in Dombås ein, der nach einem Lokwechsel weiter nach Åndalsnes fährt.










Abstellbahnhof 2
Wer kennt nicht das Problem: Eigentlich hat man viel zu viele Schienenfahrzeuge... Was braucht man also? Abstellbahnhöfe! Je größer desto besser. Unter dem Berghang von Dombås war von Anfang an ein zweiter Abstellbahnhof geplant, dessen Umsetzung scheiterte aber immer am fehlenden Gleismaterial (also Geld). Als diesem Problem durch Verkauf überzähliger Waggons abgeholfen war, konnte PECO-Gleismaterial in ausreichender Menge erworben werden. Schnell wurde klar, dass es schwierig werden würde, "die Kurve zu kriegen". Aber weil die Zuggarnituren nur in den Abstellbahnhof gezogen und nicht geschoben werden, und Bogenweichen zum Einsatz kamen, konnte der Platz optimal genutzt werden. Das längste Gleis bietet Platz für einen Personenzug mit 14 Wagen (manche Nachtzüge waren in den 1990ern durchaus so lang auf der Dovrebahn).



Der neue Abstellbahnhof befindet sich genau über Åndalsnes. Am Ende der Gleise bietet eine Fleischmanndrehscheibe Umsetz- und Abstellmöglichkeiten für einfahrende Tfz. Außerdem gibt es vier Stumpfgleise für Triebwagen. Beleuchtet wird der Abstellbahnhof von einer LED-Lichterkette.



Bäume, Bäume, Bäume...
Was wäre Norwegen ohne unendliche Wälder? Dumm nur, dass vernünftig aussehende Baummodelle entweder viel Arbeit oder viel Geld erfordern. Ein guter Kompromiss sind da die Produkte der Firma Heki, weil auch Bausätze angeboten werden und die Ergebnisse für sich sprechen.

 
Zwischen der linken und rechten Abbildung besteht ein Unterschied: Rechts stehen etwa 40 Bäume zusätzlich auf der Anlage... Da freut sich der Herr Kittler...

Nachtrag Oktober 2013: Gestern kamen zwei große Pakete mit Bäumen an. Nachdem diese nun auch "gepflanzt" sind, sieht es so aus:

 





Und so sieht der Hang aus, nachdem Bäume für weitere hunderte Euros aufgestellt wurden...
 (Januar 2014) Offenbar sind Gleisbauarbeiten im Gange.


Erste Reisende
Nachdem die Züge lange genug an menschenleeren Bahnsteigen gehalten haben, kommt nun Leben auf die Anlage. Wichtig für die 90er Jahre: Da gab es noch Interrail-Touristen! 




Digitalstrom  messen / einstellen

Wenn man eine Anlage im DCC-System in mehrere Booster-Abschnitte unterteilt, so muss die Gleisspannung bei Zentrale und allen Boostern gleich eingestellt sein. Dombås wird mit dem Lenz-System in drei Abschnitten betrieben. Dort ist das Einstellen der Gleisspannung recht unkompliziert. Allerdings: Überprüfen lässt sie sich nicht, denn das Messen von Spannungen und Stromstärken ist in DCC garnicht so einfach, weil es sich weder um Gleich- noch um "richtigen"  Wechselstrom handelt. Entsprechende Messgeräte fehlen im Angebot. Nach langer Recherche im Internet brachte die Homepage des Hobbykollegen Lolke Bijlsma Hilfe: In den USA gibt es die Firma DCC Specialities, welche das so genannte "RRampMeter" anbietet. Vertrieben wird es über Tony´s Train Exchange.

Ich habe gleich Nägel mit Köpfen gemacht und für jeden Boosterabschnitt ein RRampMeter bestellt. Die Messergebnisse waren verblüffend: Die Spannungen waren völlig unterschiedlich und entsprachen auch nicht der programmierten Spannung!

Das erklärte so manche Ungereimtheit im Fahrbetrieb (und vielleicht auch den vorzeitigen Tod zweier Sounddecoder). Das Bild rechts zeigt den Zustand nach der Justierung der Spannungen in den Boosterabschnitten. Er beträgt nun gleichmäßig 16,2 V, wobei die Spannung im Betrieb etwas schwankt, weil sie ständig nachgeregelt wird.

Auch die Anzeige der Stromstärke ist praktisch. Auf dem Bild ist zum Beispiel zu sehen, dass im Abstellbahnhof bereits 1,42 Ampere fließen, ohne dass eine Lok fährt. Aber auch stehende Loks mit Licht und Sounddecoder brauchen schon einiges. So lässt sich abschätzen, wie weit man von den 5 Ampere (max. Strom der Lenz-Booster) entfernt ist.

Das Messgerät ist übrigens so konzipiert, dass es auch mobil verwendet werden und direkt an die Schienen gehalten werden kann.

Merke: Bei vielen Modellbahnproblemen ist ein Blick über den großen Teich sinnvoll! Und die Lieferung war sehr schnell.

Schnelle Uhr für Fahrplandurchläufe

Jeder, der schon mal Betrieb nach Fahrplan gemacht hat, weiß es: Weil die Fahrstrecken deutlich kürzer sind als beim Vorbild, macht es Sinn, eine schnelle Uhr mit Zeitraffer zu haben. Außerdem: Wer hat schon 24 Stunden am Stück Zeit, um einen kompletten Tagesablauf nachzuspielen? Ideal ist es, wenn sich die Taktung der Uhr auch noch einstellen lässt, damit Fahrzeiten und Fahrplan aufeinander abgestimmt werden können.

Wie bereits bei den Messgeräten habe ich festgestellt, dass am deutschen Markt nicht viel angeboten wird, stattdessen füllen sich irgendwelche Foren mit teils hochkomplizierten Bauanleitungen. Nichts für "Plug-and-play-Modellbahner" wie mich!

Die Amerikaner sind wieder eine Schritt weiter: Da gibt es z.B. GML Enterprises (www.theGMLenterprises.com), eine kleine Firma, die Uhrwerke mit einstellbarem Zeitraffer und passende Uhren anbietet. Die Lieferung erfolgte recht kurze Zeit nach der Bestellung, ein Uhrwerk und zwei Uhren kosteten inklusive Versand ca. 125,- Euro. Rechts ist die Frontplatte des Uhrwerkes zu sehen, der Zeitraffer ist einstellbar von 4:1 bis 12:1, außerdem gibt es einen Schnellvorlauf und die Uhr kann jederzeit angehalten werden. Der Anschluss ist denkbar einfach, die Stromversorgung erfolgt mit 12 V Gleichstrom (Export-Variante).

Ab sofort wird also der Kampf des Fahrdienstleiters gegen die Uhr stattfinden! Zum Glück ist das Anlagenthema nicht Oslo Sentralstasjon...

Das Empfangsgebäude entsteht

Dank freundlicher Hilfe aus Norwegen durch die jetzigen Eigentümer liegen mir Pläne des Empfangsgebäudes vor. Diese wurden in AutoCAD-Zeichnungen umgesetzt und dann die Teile dank freundlicher Hilfe aus Deutschland mittels CNC in Polystyrol gefräst. Das Material hat zwei entscheidende Vorteile: Es lässt sich mit Pinselreiniger schnell und zuverlässig klebschweißen, und zumindest die dünneren Platten lassen sich gut mit einem Cuttermesser schneiden. So müssen Wandteile ohne Fenster, Zwischenspanten und Dachteile nicht mit der CNC gefräst werden. und wie immer, wenn man wirklich in 1 : 87 baut: Es wird groß!

 

Übrigens: Wer den Fehler am Gebäude entdeckt, darf ihn behalten!

Der Lokschuppen

Alles wäre anders gekommen, wenn wir schon einen Frühling hätten, der seinen Namen verdient. Solange es aber im Hobbykeller 25°C wärmer ist als draußen, kommt man auf komische Ideen. Z.B. die, sich mal die vor einger Zeit gekauften Faller-Lokschuppen-Bausätze näher anzuschauen. Dabei ist es dann nicht geblieben.

Viele Bastelstunden später steht nun ein Lokschuppen auf der Anlage, der demjenigen in Dombås ausreichend ähnlich ist. Der Bau war zeitaufwändig, weil die Bausätze eigentlich nicht für den Gleiswinkel der ROCO-Drehscheibe gedacht sind. Aber die Tore kommen dem Vorbild sehr nahe. Da hieß es sägen, kleben und spachteln. Vorbildwidrig habe ich mich dagegen entschieden, die Wände zu verputzen und stattdessen "nur" alles neu gestrichen. Man will ja auch mal fertig werden... Und das Empfangsgebäude ist auch noch immer im Rohbau.

 
Auf dem Bild rechts wurden Schornstein (PIKO) und Nebengebäude ergänzt. Bei den Nebengebäuden wurde von der Vorbildsituation abgewichen. Verwendet wurden Produkte von Artitec und Auhagen.



Schienenersatzverkehr (NSB Togbuss)

Wer schon mal in Norwegen mit dem Zug unterwegs war, kennt die Situation: Aus irgendeinem Grund kann der Zug nicht weiterfahren (Erdrutsch, Zusammenbruch der Stromversorgung, usw.), aber die Fahrgäste müssen zu ihrem Reiseziel kommen. In solchen Fällen gibt es den (unter Eisenbahnfreunden nicht gerade beliebten) Schienenersatzverkehr. In Norwegen hat dieser die Besonderheit, dass die dann eingesetzten Busse oft bis auf den Bahnsteig fahren, was zumindest das Umsteigen deutlich erleichtert. Das wollte ich natürlich auch nachbilden können.

Die NSB hatte in den 90er Jahren noch eigene Busse, die in einem typischen Blau lackiert waren. Diese hießen dann Togbuss und ergänzten den Schienenverkehr  bzw. wurden eben auch für Notfälle eingesetzt. Recherchen im Internet ergaben, dass darunter eine Reihe von Mercedes-Bussen waren, auch in der Region Dombås. Nachdem die passenden Modelle von Herpa, Rietze und Wiking schon geraume Zeit schulbladiert waren (welch herrlicher Begriff für das ansammeln von Bausätzen usw.!), waren sie nun endlich fällig für die Spritzpistole.


Drei der vier Busse in (fast) fertigem Zustand. Bei dem Kleinbus links hat die Werkstatt nur noch große Logos zur Verfügung gehabt. Wenn das der Chef sieht... Das Blau ist etwas zu dunkel geraten, aber der Wiedererkennungseffekt ist da. Der vierte Bus wird im oberen Bereich weiß lackiert, auch das gab es.


Gerade die Kleinbusse sind typisch für den norwegischen ÖPNV. Fehlt nur noch ein Kombibus mit Lastenabteil und hydraulischer Hebebühne hinten...

Letzte Gleisbauarbeiten (Abstellbahnhof Øran-Godsterminal)

Der 8. Oktober 2013 war ein wichtiger Tag für die Anlage, denn der letzte Abstellbahnhof "Øran Godsterminal" konnte dem Betrieb übergeben werden. Damit sind die Gleisanlagen vollständig aufgebaut und betriebsfähig.


Ein Bild, vier Abstellbahnhöfe: Rechts unten der neue Bahnhof "Øran Godsterminal" (soeben ist die erste Rangieranbteilung eingefahren), darüber der Abstellbahnhof Oslo/Trondheim, links unten Åndalsnes, links oben Abstellbahnhof "2", der sich unter dem Berghang vm Dombås befindet.

Der neue Anstellbahnhof ist (anders als beim Vorbild!) nur durch über den Bahnhof Åndalsnes zu erreichen und dient dem Abstellen von Güterwagen und wenig genutzen Zuggarnituren (z.B. Museumszüge).

 
Um Weichen (und damit Geld) zu sparen, wurde am Ende des Bahnhofes eine Fleischmann-Handdrehscheibe zum Umsetzen der Rangierloks eingebaut. Das Stumpfgleis dient zum Abstellen von Triebwagen. Das schräge Gleis an der Wand ist das Streckengleis zwischen Dombås und Åndalsnes (also die "Raumabahn").

Fahrzeuge

Da der Betrieb in Dombås realistisch dargestellt werden soll, wurde der Schwerpunkt beim Kauf der Fahrzeuge auf das rollende Material gelegt, welches in den 90er Jahren in diesem Bahnhof im Einsatz war. Bei der Fülle der mittlerweile angebotenen Modelle und Bausätze spart das Geld. Allerdings wird auch schon mal ein Epochenauge zugedrückt, denn: Modellrailroading is Fun!
Hier werden nun einige Fahrzeuge gezeigt, die neu sind oder bereits betriebsverschmutzt wurden. Gerade bei Güterwagen gilt: Der Schmutz macht die Modelle interessant!


Die Di8 gehört zu den Modellen, die ohne Betriebsverschmutzung nur halb so beeindruckend aussehen. Und Züge nach Åndalsnes wurden oft mit zwei Loks bespannt, um für die Rückfahrt genug Leistung zu haben. Im Hintergrund ist der Sonderzug des NJK für die Touristik-Sonderfahrten an Wochenenden auf der Raumabahn abgestellt. Auch diese Züge gibt es leider nicht mehr.

Von Åndalsnes aus wurde lange Zeit Kalkschlämme für die Papierindustrie nach Süden gefahren. Sie kam dort per Schiff an und wurde dann in isolierte Kesselwagen umgefüllt. Die Bauart mit dem Knickkessel ist eigentlich etwas zu modern...




Der Schiebewandwagen wurde erst per Airbrush verschmutzt und dann wurde die Farbe mittels Wattestäbchen und Airbrushreiniger teilweise wieder entfernt. Je nachdem, wie lange man die Farbe antrocknen lässt, ergeben sich verschiedene Effekte.






Ohne Di3 war Dombås in den 90ern noch
nicht vorstellbar. Auf der Anlage im Einsatz sind zwei Heljan-Modelle und drei NMJ Superline Modelle. Die Achsen der Heljanloks neigen zu schnellem Verschmutzen und wurden durch ROCO-NOHAB-Achsen ausgetauscht. Die Zahnradritzel wurden von den Heljan-Achsen abgezogen und auf die ROCO-Achsen aufgepresst. Weitere Tipps hierzu siehe auch hier: Lolke Bijlsma´s Homepage

Die 3 623 wurde von NMJ betriebsverschmutzt. Sie wartet mit ihrem Regionalzug nach Åndalsnes auf den Expresszug aus Oslo.

Die Loks der schwedischen Privatbahn TÅGAB sind einer der epochemäßigen Ausrutscher auf der Anlage. Das Unternehmen wurde zwar schon 1994 gegründet, aber die Mz wurde erst später eingekauft. Aber die Lackierung steht den Fahrzeugen einfach unverschämt gut.... Und diese Beiden machen mit ihren Sounddecodern zusammen auch richtig Krach, wenn sie gleich mit ihren Spänewagen weiter gen Süden fahren.



Noch mehr TÅGAB-Fahrzeuge! Die RC2 sieht in Silber richtig gut aus. Also wurde eine ÖBB-Maschine mittels Entec-Teilen umgebaut (vor allem die Dachlüfter) und umlackiert. 



Ein bisschen Nostalgie...



Ein Artikel im schwedischen Modelljärnvägs-Magasinet regte mich dazu an, einen Volvo-Radlader als Zwei-Wege-Fahrzeug umzubauen. Nun kann er sich im Gleisbau nützlich machen.

Dank an alle Helfer!
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die dieses Projekt ermöglicht haben!
  • Jörg Auer hat bei der Renovierung des Hobbyraumes geholfen.
  • Markus Holzbach hat ebenfalls bei der Renovierung des Raumes geholfen.
  • Bernd Fislake hat ganz viel zum Entstehen dieser Anlage beigetragen: Angefangen von der Renovierung des Hobbyraumes, über den Bau der Unterkonstruktion und das Verlegen der Gleise im sichtbaren Teil der Anlage, Herstellen der Kreuzung sowie des Empfangsgebäudes mittels CNC, kritische fachlich-technische Begleitung, usw. usw.
  • Kai-Ove Roaldseth hat Vorbildfotos vom Empfangsgebäude und vom Bahnhofsgelände für den Bau der Anlage gemacht. 
  • Sehr freundliche Mitarbeiter(innen) von NSB, ROM Eigendom und Jernbaneverket haben geholfen, an Bauzeichnungen des Empfangsgebäudes zu kommen.

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Zuletzt bearbeitet am 27.07.2015

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